Freier Welthandel mit Stahlschrott in Gefahr!

Erstellt am 23. November 2022

Die neue Abfallverbringungsverordnung (VVA) könnte schwere Folgen für den freien Welthandel mit Stahlschrott haben. Wenn die Exportbeschränkungen tatsächlich in Kraft treten, werden viele Unternehmen ihr Geschäftsmodell umstellen müssen – und das könnte fatale Folgen für die deutsche und europäische Stahlrecyclingindustrie haben.

Die freie Verfügbarkeit von Stahlschrott ist für die deutschen und europäischen Recyclingunternehmen von existenzieller Bedeutung. So werden beispielsweise rund 80 Prozent des handelsüblichen Stahlschrotts von den europäischen Stahlwerken und Gießereien verwendet, während nur 20 Prozent in OECD- und Nicht-OECD-Länder exportiert werden, die auf diesen Recyclingrohstoff angewiesen sind. Deutschland ist ein Nettoexporteur von Stahlschrott – doch auch hier findet der Rohstoff seinen Weg zurück ins Land: In Form von fertigem Stahl, den unsere energieintensiven Industrien dringend benötigen.

Die weltweite Nachfrage nach Stahlschrott ist groß. Die gehandelte Menge sollte also auch hochqualitativ sein – gerade die deutsche und europäische Stahlrecyclingindustrie legt großen Wert darauf, sich als Vorreiter für innovative Aufbereitungstechniken zu positionieren. Dafür benötigen wir mehr Forschung!

Wenn wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten wollen, ist ein funktionierender Recyclingmarkt für die Stahlindustrie Grundvoraussetzung. Wertvolle Rohstoffe dürfen nicht mehr als Abfall betrachtet und entsorgt werden, sondern müssen den Weg zurück in die Produktion finden. Dies ist nur möglich, wenn massive Investitionen getätigt und ein leistungsfähiger Markt geschaffen wird – sonst drohen Situationen in Form von brennenden Schrott-Haufen in Afrika.